Was ist ein Lastenheft?
Das
Lastenheft
(auch grobes Pflichtenheft)
führt alle fachlichen Anforderungen
(Leistungs- und Lieferumfang)
auf, die die fertige Software
{Aufgrund des Themas "Informatik" bezieht sich die Definition des Lastenhefts hier auf Softwareprodukte.}
aus Sicht des Auftraggebers
erfüllen muss.
Es ist das erste Dokument in einem Entwicklungsprozess,
das die Anforderungen an ein neues Produkt grob beschreibt.
Der Auftraggeber schreibt sozusagen alles zum gewünschten Softwareprodukt in das Lastenheft
— dabei muss noch nicht einmal feststehen, welches
IT−Unternehmen
den Auftrag letztlich umsetzen wird
(Lastenheft als Ausschreibung).
Der Auftraggeber, also der Kunde, definiert mit dem Lastenheft das
WAS
(Anforderungen)
und
WOFÜR.
Lastenheft − nicht nur für Software!
Mithilfe des Lastenheftes wird dem Entwickler erklärt,
was er entwickeln soll.
Entwickelt werden Produkte
— dies beschränkt sich aber nicht nur auf Softwareprodukte.
Wenn Sie nun die Entwicklung eines beliebigen Produktes anstoßen wollen,
sollten Sie zunächst ein entsprechendes Lastenheft erstellen.
Das Deutsche Institut für Normierung e. V. normiert das Lastenheft unter DIN 69905.
Übersetzungen
Zum Begriff
Lastenheft
habe ich folgende zwei Übersetzungsmöglichkeiten gefunden:
- „user requirement specification”
(m. E. die beste Übersetzung)
- „customer requirement specification”
- „requirement specification”
(Begriff in der deutschen Raumfahrt)
- „statement of work”
(Begriff in der deutschen Raumfahrt)
Klarstellung!
Grundsätzlich darf man alles ins Lastenheft schreiben, was in Bezug auf das geplante Produkt gewünscht wird.
Wenn beispielsweise eine
CE−Kennzeichnung
gewünscht wird, so sollte dies auch im Lastenheft stehen.
Anfangen, aber wie?
Häufig hat man beim Erstellen eines Lastenheftes mit Startschwierigkeiten zu kämpfen:
- Wie soll man anfangen?
- Was muss überhaupt rein?
Dabei ist das alles gar nicht so schwer.
So fangen Sie an!
Stellen Sie sich einfach vor, Sie suchen in einem
Software−Haus
Ihr gewünschtes Produkt
und müssen dem Verkäufer erklären, wie Sie sich Ihr Produkt vorstellen —
das wär's schon.
Sie allein liefern mit dieser Produktbeschreibung die Inhalte Ihres Lastenheftes
— und der Anfang ist somit getan.
So setzen Sie fort!
Selbstverständlich müssen Sie Ihre grobe Produktbeschreibung noch strukturieren und etwas detaillierter fassen.
Oft hilft dabei eine solide
Lastenheft−Gliederung
als Vorlage.
Und manchmal muss auch ein vollständiges
Lastenheft−Beispiel
zum Abkupfern herhalten.
Doch die wahren Inhalte kommen von Ihnen.
Fragen kostet nichts!
Gerne stehe ich Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
Hier können Sie
mir
eine Anfrage zukommen lassen.
Richtlinien und Tipps zur Verbesserung der Qualität Ihrer Lastenhefte.
Konsistenz
Bewahren Sie sich eine klare Sicht auf Ihr Wunschprodukt!
Seien Sie deshalb so konsistent, so einheitlich und widerspruchsfrei, bei der Formulierung Ihrer Anforderungen wie möglich.
Die Entwickler werden es Ihnen danken.
Vollständigkeit für Ausschreibungen
Meines Erachtens kann man von einem Fachunkundigen nicht verlangen, ein vollständiges, lückenloses Lastenheft zu gestalten.
Wird allerdings das Lastenheft als Grundlage für eine Ausschreibung verwendet,
sollte es in etwa die Qualität eines
Pflichtenheftes
haben.
Unternehmen, die sich für eine Ausschreibung interessieren, müssen nämlich anhand eines Lastenheftes den
Aufwand schätzen.
Dies ist jedoch nicht möglich, wenn das Lastenheft unvollständig ist.
- Anhand eines unvollständigen Lastenheftes kann man keine Festpreisschätzung erwarten.