Was versteht man unter Implementierung?
Unter
Implementierung
versteht man die
Erstellung eines lauffähigen Programms,
das in seinem Ein- und Ausgabeverhalten der Spezifikation entspricht.
[INFODUDEN]
Erst nachdem die ganze Denkarbeit auf einer eher abstrakten Ebene geschehen ist,
also erst im Anschluss an den Phasen
Entwurf
und
Spezifikation,
sollte man sich ganz konkret ans Werk machen:
- Die konkrete Realisierung des spezifizierten Softwareprodukts mit der notwendigen Menge von
Programmiersprachen
und
Tools
bezeichnet man als Implementation.
Die Implementation im Vorzeichen des Wasserfallmodells wird auch als Fertigungsphase bezeichnet
und bringt ebenfalls wie alle anderen Phasen ein Dokument hervor; hier der Programmcode,
wobei das dazugehörige Programm lauffähig ist, jedoch pannenbehaftet sein kann.
Praktisch gesehen, werden während der Implementation lediglich die natürlichsprachlichen Beschreibungen der Spezifikation
in eine maschinenlesbare Form übersetzt.
An einem Softwareprojekt arbeiten normalerweise viele Programmierer.
Damit sich ein Programmierer im Quelltext eines anderen Programmierers schnell zurechtfinden kann,
muss es Konventionen geben, die genau vorschreiben, wie der Quelltext im Allgemeinen auszusehen hat.
Jeder Programmierer hat natürlich seinen eigenen Programmierstil, den er in einem bestimmten Rahmen auch beibehalten kann.
Multi−Personen−Projekte,
bei denen jeder seinen eigenen Stiefel zusammenprogrammiert, sind in aller Regel zum Scheitern verurteilt.
Sprachentypische Konventionen
Zu vielen Programmiersprachen gibt es bereits allgemeine Konventionsvorschläge.
Diese Konventionsvorschläge sind von Programmiersprache zu Programmiersprache unterschiedlich.
Das geht sogar soweit,
dass man allein von der Art der Formatierung eines Quelltextes auf die zugrundliegende Programmiersprache schließen kann.
Dabei stehen die Aspekte der Übersicht und Lesbarkeit im Vordergrund:
- Quelltextkonventionen der meisten Programmiersprachen orientieren sich in der Regel an folgende Punkte:
- Jede Anweisung in eine Zeile
- Programmblöcke getrennt durch Leerzeilen
- Art der Klammerung
- Anzahl der Zeichen in einer Zeile
(meist max. 80 Zeichen/Zeile)
- Einrückung einer mehrzeiligen Anweisung
- Innere Struktur der Kommentare
- Kommentar vor einem Block bzw. nach einer Anweisung
- Dateiübergreifende Konventionen
- Jede Klasse eine Datei
- Jedes Package bzw. jedes Modul ein
(Unter−)
Verzeichnis
Beim Erlernen einer neuen Programmiersprache sollte sich der Lernende gleich an die entsprechende Sprachkonvention halten,
sonst wird ihm zu einem späteren Zeitpunkt der eigene Code nicht mehr gefallen,
wenn er sich nun endlich an die Konvention halten möchte.
Firmeneigene Konventionen
Die meisten Firmen erweitern vernünftigerweise die bereits vorhandenen sprachtypischen Konventionen.
Das primäre Ziel dabei ist es, die Semantik des Programmcodes stärker hervorzuheben.
Das wird dadurch erreicht, dass Klassen- und Variablenbezeichnungen sowie Datei- und Verzeichnisnamen
(mnemonisch)
bedeutungstragende Namen erhalten.
Zudem werden gerne Verbote ausgesprochen, wie beispielsweise Variablen niemals bezeichnet werden dürfen:
Kein Temp,
kein Dummy,
kein Gaga!
Zudem sieht man häufig, dass globale Bezeichner, sei es für Klassen oder Variablen,
stets mit einem Firmenkürzel beginnen.
Vielleicht um den Bezug eines Quelltextes zur Firma leichter herstellen zu können
(erschwert Copyrightverletzungen).