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Königsgambit
Es heißt, dass das Königsgambit der König der Gambite sei.
Einführung Theorie: Königsgambit
Königsgambit: 1.e4 e5 2.f4 ...
„Das Königsgambit ist der König der Gambite”, heißt es in [KALLAI].

In keiner Eröffnung mischen sich die taktischen Elemente mit den strategischen Zielen so wechselhaft, wie im Königsgambit. Ein Bauernrückstand oder eventuell eine Figurdifferenz zählt oft gar nichts, die hierhin passende Parole lautet immer für beide Spieler: Aktivität, Angriff!
Spielerprofil
Es gehört im Allgemeinen schon viel Mut dazu, so früh den f-Bauern zu ziehen. Der Anziehende lässt sich nicht so leicht einschüchtern und vertraut auf seine Intuition. Mit Ehrgeiz und Mut setzt er auf seine taktischen Stärken.
Sein einziges Motiv: Setze matt egal wie!
Eröffnungsmöglichkeiten Ausführliche Analyse der Eröffnung
1. e2-e4 e7-e5 2. f2-f4
rnbqkbnr/pppp1ppp/8/4p3/4PP2/8/PPPP2PP/RNBQKBNR

Das Königsgambit!


Angenommenes Königsgambit
2. ... e5xf4

In [BESSERSCHACH S. 254] wird von einer Verteidigung des Mehrbauern abgeraten, es sei für Schwarz besser mit einem Gegenangriff auf das Zentrum loszugehen.

Aber zunächst ist Weiß am Zug. Üblich sind die Züge Sf3 und Lc4.


Königsspringergambit
3. Sg1-f3

Klassische Verteidigung
3. ... g7-g5
rnbqkbnr/pppp1p1p/8/6p1/4Pp2/5N2/PPPP2PP/RNBQKB1R

Dieser Zug sieht zunächst wie ein harmloser Verteidungszug, der dem Mehrbauern gilt, aus. Doch in Wirklichkeit verbirgt sich hinter diesem Zug ein klarer und viel versprechender Angriffsplan mit g4 gefolgt von Dh4+.

Ein Fehlschlag dieser Verteidigung finden sie unter Renold-Agassiz. In dieser Partie setzt Weiß erfolgreich mit Sc3 fort.

Für Weiß bietet sich auch der eher unspektakuläre Verteidigungszug h3 an, um den gefürchteten Bauernvorstoß g4 zu verhindern. Dies ist zwar ein reiner Verteidigungszug, doch meines Erachtens an dieser Stelle fast schon erforderlich. Lc4 oder Sc3 kann ja dann immer noch kommen.

Moderne Variante
3. ... d7-d5
rnbqkbnr/ppp2ppp/8/3p4/4Pp2/5N2/PPPP2PP/RNBQKB1R

Auf dieses Angebot darf zwar Weiß mit e4xd5 antworten, würde aber die Entwicklung von Schwarz eher fördern. Vielleicht ergibt sich mit e5 eine bessere Stellung für Weiß.

Besonders mutig und interessant und somit genau das Richtige für einen Königsgambitler wäre an dieser Stelle Sc3 eventuell gefolgt von Sd5. Weiß würde somit den Mehrbauern des Gegeners mit zwei aktiven Springern im Mittelfeld kompensieren. Das hört sich doch irgendwie nach Entwicklungsvorsprung für Weiß an, finden Sie nicht auch?

Königsläufergambit
3. Lf1-c4

Die Erfahrung habe laut [BESSERSCHACH] gelehrt, dass Schwarz in diesem Falle auf das einladende Schachgebot auf h4 verzichten sollte, um dem Anziehenden keine Gelegenheit zu geben, die exponierte schwarze Dame später mit Tempogewinn angreifen zu können. Mehr Erfolg verspricht hingegen der etwas riskant erscheinende Springerzug Sf6.


Abgelehntes Königsgambit
2. ... Lf8-c5
rnbqk1nr/pppp1ppp/8/2b1p3/4PP2/8/PPPP2PP/RNBQKBNR

Wenn man schon ablehnt, dann aber richtig! :-)

Dieser Zug ist in vielerlei Hinsicht optimal.
  • Schwarz beherrscht das wichtige Zentrumsfeld d4.
  • Da der weiße f-Bauer nun mal weg ist, ist es für den Anziehenden sicherlich unangenehm, wenn der Läufer in die Königsstellung hineinleutet.
  • Schwarz stellt zudem eine kleine Eröffnungsfalle: Wenn Weiß den Bauern auf e5 schlagen oder auf f5 ziehen sollte, so ergibt sich für Schwarz mit dem Zwischenschach Dh4+ entweder ein Bauerngewinn oder gar ein Turmgewinn.
    Somit hat Schwarz im nächsten Zug immer noch die Möglichkeit, das Gambit anzunehmen, was aber in der Regel nicht der Fall ist.
Weiß ist hier mit Sf3 gut beraten.


Falkbeer Gegengambit
2. ... d7-d5
rnbqkbnr/ppp2ppp/8/3pp3/4PP2/8/PPPP2PP/RNBQKBNR

Mit diesem Zug ging der Österreicher Ernst Falkbeer der Idee nach, die vom Weißen beabsichtigte Bauernstellung zu zerstören. Letztendlich verliert bei dieser Variante der f-Bauer tatsächlich etwas an Bedeutung, vergleiche [BESSERSCHACH S. 258ff]. Damit ist aber das Königsgambit noch lange nicht widerlegt!


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