Das Mittelspiel ist die zweite Phase in einer Partie.
Häufig geht es im Mittelspiel darum, den Kampf ums Zentrum für sich zu entscheiden,
um im Endspiel bessere Chancen zu haben,
sei es durch einen Mehrbauern oder durch eine deutlich bessere Stellung.
Jedoch werden viele Partien bereits im Mittelspiel entschieden, zum Endspiel kommt es gar nicht erst.
Der Übergang von der
Eröffnung
zum Mittelspiel ist fließend.
Zu Beginn des Mittelspiels stehen noch fast alle Figuren auf dem Spielbrett.
Es hängt von der jeweiligen Eröffnung ab, ab welchen Zug das Mittelspiel beginnt und mit welchen Plänen fortgesetzt wird.
Das Mittelspiel endet meist, wenn die Damen abgetauscht sind und nur noch ein paar Figuren auf dem Brett stehen.
Auch hier ist der Übergang zum
Endspiel
fließend.
Ein wichtiges Indiz für das Ende eines Mittelspiels ist,
wenn die Bauern der Umwandlungsreihe immer näher rücken, wenn also die Bauern erheblich an Wert gewinnen.
Welche Pläne sich für das Mittelspiel ergeben können, hängt besonders von der Stellung im Zentrum,
insbesondere von der Bauernstruktur, ab.
Deshalb ist es für das Mittelspiel unbedingt erforderlich, die Stellung im Zentrum richtig einschätzen zu können.
Das Zentrum kann wie folgt klassifiziert werden, verleiche
[BESSERSCHACH S. 346ff].
- Offenes Zentrum
- Geschlossenes Zentrum
- Bewegliches Zentrum
- Festgelegtes Zentrum
- Hängendes Bauernzentrum
- Zentrum mit isolierten Bauern
Je nach Art des Zentrumsstruktur ergeben sich unterschiedliche strategische sowie taktische Angriffs- und Verteidigungspläne.