Man könnte Glauben, dass zu einer erfolgreichen Mattführung der Überraschungsmoment gehört.
Das stimmt nicht ganz, sicherlich entstehen die meisten Mattsituationen,
weil ein Gegner manche Züge nicht erwartet und deshalb mit einer Mattführung überrascht werden kann.
Wenn wir uns aber einen perfekten Gegner vorstellen, der wirklich alles kennt und sieht,
dann gibt es keine Überraschungen mehr.
Trotzdem kann dieser Spieler matt gesetzt werden.
Kein Spieler lässt sich freiwillig matt setzen.
Der Gegner wird versuchen jede Mattführung zu verhinden oder im Keime zu ersticken,
d. h. es ist eine schwere Aufgabe den Gegner matt zu setzen und dabei selbst nicht matt gesetzt zu werden.
Dennoch gibt es Mittel und Wege ein Matt herbeizuführen, auch in scheinbar ausweglosen Situationen,
deshalb ist es für einen Schachspieler so wichtig, möglichst viele Mattmechanismen und Mattbilder zu kennen.
Sicherlich war jeder Schachspieler schon einmal Opfer einer erfolgreichen Mattführung.
Tüftelaufgabe
Bei folgendem Schachproblem geht es darum, in der vorgegebenen Anzahl von Zügen matt zu setzen,
auch wenn Weiß bzw. Schwarz schon klar auf Gewinn stehen sollte.
Weiß setzt matt in 5 Zügen (Weiß am Zug)
Dieses Schachproblem aus
[PROBLEMSCHACH S. 24]
stammt ursprünglich von den beiden Problemkomponisten
Kohtz & Kockelkorn
(1866).
Hilfestellung:
- Schwarz versucht auf Remis zu spielen.
- Weiß zieht nur seinen Läufer!
Mattbilder sind durch Endstellungen charakterisiert,
was aber nicht bedeutet, dass solche Siege per Zufall auftreten.
Der Schachspieler stellt sich eine Endstellung vor und versucht dabei diese Endstellung zu erzwingen.
Das Matt auf der untersten Reihe
Zu den einfachsten Mattarten zählt wohl das Matt auf der untersten Reihe
(Grundmatt oder auch Grundlinienmatt).
Wegen der Klarheit der bevorstehenden Mattsituation, gewinnen manchmal auch Anfänger mit einem
U−Matt
eine Partie.
Das Stickmatt
In
[MATTANGRIFF]

hat eine sehr interessante Mattart ein eigenes Kapitel bekommen:
Ersticktes Matt.
Ich bin mir auch sicher, dass dieses Kapitel im Repertoire der eigenen Mattführungen nicht fehlen sollte.
Manchmal kann allein ein einziger Springer ein scheinbar überlegenes Bollwerk überwältigen.
Das Epauletten−Matt
Die eigenen Figuren verstellen dem König genau zwei Fluchtwege in waagrechter oder in senkrechter Richtung, das
Epauletten−Matt.
Das Guéridon−Matt
Die Dame setzt matt, wobei die beiden Eckfelder hinter dem König durch seine eigenen Figuren besetzt sind, das
Guéridon−Matt.
Mattmechanismen sind Zugfolgen, die in bestimmten Stellungen zum Matt führen.
Manchmal wird ein Mattmechanismus mit einem Opfer eingeleitet und manchmal mit einer Mattdrohung.
Das Araber−Matt
Ein in der Ecke stehender König kann mit nur einem Springer und einem Turm zur Strecke gebracht werden, das
Araber−Matt.
Das Matt von Anastasia
Mit diesem
Mattmechanismus
drängt man den gegnerischen König auf eine Bahn ab, so dass er mit dem Turm matt gesetzt werden kann, das
Matt von Anastasia.
Die dabei auftretenden Matt-Endstellungen erinnern oft an das U-Matt.
Das Matt von Blackburne
Dieser
Mattmechanismus
nützt den Vorteil einer speziellen, königsnahen Stellung von Springer und Läufer, das
Matt von Blackburne.
Das Matt von Boden
Dieser
Mattmechanismus
öffnet mit einem Figurenopfer eine Mattlinie,
das
Matt von Boden.
Das Matt von Morphy
Um die erste Mattdrohung des
Mattmechanismus
abzuwenden, muss der schutzbietende g-Bauer des Gegners Damenopfer annehmen,
was die Öffnung der g-Linie zur Folge hat. Matt setzen dann schließlich des Gegners Läufer und Turm, das
Matt von Morphy.
Die dabei auftretenden Matt-Endstellungen sind den Endstellungen, die beim Matt von Pillsbury auftreten, sehr ähnlich;
der Matt-Mechanismus ist jedoch ein anderer!
Das Matt von Pillsbury
Mit diesem
Mattmechanismus
kann man in eine unberührte, kurze Rochade einbrechen und mit Hilfe des Doppelschachs matt setzen, das
Matt von Pillsbury.
Wenn ein Schachspieler Glück hat, übersieht der Opponent eine Mattdrohung.
Mit viel Glück macht der Gegner einen groben Fehler, der ein unmittelbares Matt ermöglicht.
Der Schachspieler sollte aber nicht zu sehr auf Glück spekulieren,
denn Glück hat man beim Schach in den seltensten Fällen.
Das Narren−Matt
… ist ein schwerwiegender Fehler des weißen Spielers,
der schon im zweiten Zuge einer Partie dem Gegner das Matt ermöglicht,
das
Narrenmatt.
Der Schäferzug
Der schwarze Spieler übersieht eine berühmte, im
Läuferspiel
auftretende Mattdrohung.
Der
Schäferzug
ist jeder Zug, der diese Mattdrohung nicht abwehrt.
Es gibt aber auch häufig auftretende Mattsituationen, die einfach keinen Namen tragen
wie zum Beispiel folgendes Mattbild mit Turm und Läufer:
Matt mit Turm & Läufer (Schwarz ist matt)
Ein nettes Beispiel zu diesem Mattbild, welches zeigt, dass der Turm nicht unbedingt auf der 8.Reihe stehen muss, finden Sie unter
Matt in 3 (C).