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Anderssen-Wyvill
Schwarz erkennt nicht die Gefahr eines U-Matts!
Einführung Allgemeine Informationen zum Spiel
Sizilianisch  &  U-Matt
Partie:
  • Turnier
  • London  1854
  • Weiß siegt im 28. Zug!
  • A. Anderssen  x  M. Wyvill

26. ... Te8xa8
Weiß setzt matt in 2
r5k1/3R1ppp/p3p1q1/2p1B3/2p5/8/PPP3PP/1K1R4
Diese Partie wird in [MATTANGRIFF S. 59ff] unter der Kategorie das U-Matt aufgeführt.

Schwarz verliert das Spiel aufgrund seiner langsamen Entwicklung bzw. seiner falsch verstandenen Verteidigung; er verteidigt sich mit seinen Bauern, anstatt seine Figuren ins Spiel zu bringen.
Weiß setzt hingegen seine Figuren viel aktiver ein und toleriert sogar einen Doppelbauern, der ihm eine noch schnellere Entwicklung ermöglicht.

Diese Partie ist ein Lehrstück, das wieder einmal zeigt, dass nach einer mangelhaften Entwicklung bzw. Verteidigung die Anzahl der potentiellen Fehlermöglichkeiten steigt.
Selbst kleine Fehler haben dann verheerende Wirkung.
Partie Kommentare zum Spiel
1. e2-e4 c7-c5 2. Lf1-c4

Heutzutage spielt man diesen Zug nicht, solange Schwarz noch e6 ziehen kann, siehe Sizilianische Verteidigung

2. ... Sb8-c6 3. Sb1-c3 e7-e6 4. d2-d3 Sc6-e5

Genauso zieht man heute nicht zweimal die gleiche Figur, ohne sich entwickelt zu haben. Derartige Faustregeln finden Sie unter Schach-Prinzipien

5. Lc1-f4

Dieser Zug ist dagegen moderner.
Steinitz-Anhänger hätten den Läufer c4 nach b3 zurückgezogen, um die Verdoppelung der Bauern zu vermeiden.

Anderssen setzt seine Entwicklung fort. Ein Doppelbauer würde nicht weiter stören, im Gegenteil die Dame bekäme einen größeren Wirkungsbereich.

5. ... Se5xc4

Dies bedeutet Tempoverlust für Schwarz. Der schwarze Springer hat schon dreimal gezogen, um eine Figur zu schlagen, die nur einmal gezogen hat. Zudem ging von diesem Läufer zunächst keine Gefahr aus.

Hier wäre es schon besser gewesen, den Springer zu halten und zugleich die Entwicklung voranzutreiben.

6. d3xc4 a7-a6

Um Sb5 zu vermeiden?

Strategisch gesehen, hat Weiß eine gewonnene Stellung. Er hat 2 Figuren im Spiel, Schwarz dagegen keine, und beherrscht die d-Linie sowie die Zentralfelder.

7. Dd1-e2 Sg8-e7 8. K0-0-0 Se7-g6 9. Lf4-g3 Lf8-e7 10. f2-f4 K0-0 11. f4-f5
r1bq1rk1/1p1pbppp/p3p1n1/2p2P2/2P1P3/2N3B1/PPP1Q1PP/2KR2NR

Weiß verstärkt den Druck am Königsflügel — wühlt alles auf.

11. ... Le7-g5+

Umgruppierungsmanöver.

12. Kc1-b1 e6xf5 13. e4xf5 Tf8-e8 14. De2-g4 Sg6-f8

Der Springer hat einen Zufluchtsort gefunden.

15. Sg1-f3 Lg5-f6 16. Sc3-e4 b7-b5

Gegenaktion am Damenflügel. Aber der weiße Königsangriff schreitet ununterbrochen fort.

Weiß steht mit einer Dame und 3 Leichtfiguren besser im Spiel als Schwarz.

17. Lg3-c7!
r1bqrnk1/2Bp1ppp/p4b2/1pp2P2/2P1N1Q1/5N2/PPP3PP/1K1R3R

Schwarz darf das Opfer nicht annehmen.

Eigentlich ist es gar kein Opfer, dafür ist es zu plump. Offensichtlich würde Weiß den Turm gewinnen.

Viel feiner ist der strategische Hintergedanke von Weiß. Er richtet sich für den Läufer einen wichtigen Stützpunkt ein.

17. ... Dd8-e7

Schwarz begnügt sich mit diesem Zuge, dessen Konsequenzen er wahrscheinlich nicht vorausgesehen hat.

18. Se4xf6+ De7xf6 19. Td1-d6!
r1b1rnk1/2Bp1ppp/p2R1q2/1pp2P2/2P3Q1/5N2/PPP3PP/1K5R

Die schwarze Dame kann sich nicht zurückziehen.
Weiß gewinnt jetzt eine Figur, denn Schwarz möchte seine Dame retten.

19. ... Sf8-e6 20. f5xe6 d7xe6 21. Th1-d1

Weiß bringt die letzte Figur ins Spiel und verdoppelt die Türme.

21. ... Lc8-b7 22. Td6-d7 Lb7-c6 23. Lc7-e5

Schwarz entschließt sich zum Damentausch, kann diesen jedoch nicht erzwingen. Ungeachtet seiner unsicheren Stellung versucht er jetzt mittels einer kleinen Kombination, die verlorene Figur zurückzuerobern.

23. ... Lc6xf3
r3r1k1/3R1ppp/p3pq2/1pp1B3/2P3Q1/5b2/PPP3PP/1K1R4

24. Dg4-g3 Df6-g6 25. Dg3xf3
r3r1k1/3R1ppp/p3p1q1/1pp1B3/2P5/5Q2/PPP3PP/1K1R4

25. ... b5xc4?

Schwarz frißt den Bauern und übersieht das U-Matt.

26. Df3xa8 Te8xa8 27. Td7-d8+ Ta8xd8 28. Td1xd8#

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