Was versteht man unter einem Endspiel?
Das Endspiel ist die dritte und letzte Phase in einer Partie.
Häufig endet das Mittelspiel, wenn die Damen abgetauscht sind und nur noch ein paar Figuren auf dem Brett stehen.
Der Übergang vom
Mittelspiel
zum Endspiel ist dennoch fließend.
Ein wichtiges Indiz für das Ende eines Mittelspiels ist,
wenn die Bauern wegen der Notwendigkeit einer Umwandlung erheblich an Wert hinzugewinnen
und somit das Bauernrennen beginnt.
Schmaler Grad!
Leichtsinn wird im Endspiel hart bestraft.
Endspiele muss man eben richtig spielen, ein falscher Zug kann die ganze Partie wenden, was in der Regel auch der Fall ist.
Nicht selten werden gewonnengeglaubte Spiele verloren
— ich kann die Laier nicht mehr hören!
Neue Angriffsfigur!
Im Endspiel hat man nicht mehr viele Figuren zur Verfügung, aber eine Figur wird es ganz sicher immer auf dem Brett geben.
Ich meine hier den
König.
Der König
– vielleicht sogar die stärkste, noch übrige Figur auf dem Brett –
übernimmt im Endspiel auch die Rolle einer Angriffsfigur:
Greifen Sie doch mit dem König an!
Herausforderung
Ein einziger Zug
(Tempo)
entscheidet oft über Sieg oder Remis.
Die Schwierigkeit liegt eben genau in diesem Punkt, nämlich rechtzeit zu erkennen, wo es kriselt und wo die Chancen liegen.
Die Betonung liegt auf
„rechtzeitig”,
da der König nicht schnell zu Fuß ist.
Manchmal muss man einfach nur Züge zählen, das ist aber auch nicht immer leicht
— also ich habe mich schon oft verzählt!
:−)
Einschätzung
Geübte Schachspieler können schon früh erkennen, welcher Spieler einen Sieg davontragen wird, oder ob ein Remis vorliegt.
Selbstverständlich muss man dabei auch von korrekter Spielweise beider Parteien ausgehen,
man muss den Spielern absolute Perfektion unterstellen,
hier ist nämlich nicht von der Einschätzung der Spieler die Rede, sondern von der Einschätzung einer Stellung im Endspiel.
Folgende Stellung zum Beispiel stufte ein starker Schachfreund wie folgt ein:
- „Weiß verliert trotz Mehrbauer!”
Verliert Weiß wirklich? (Weiß am Zug)
Obwohl Weiß einen Bauern mehr hat, hat Weiß verloren.
Weiß hat absolut keine Chance seine Niederlage zu verhindern, weil der weiße Turm sowie der weiße König gefesselt sind.
Der Schwarze hat jetzt noch einige gute Züge, wohingegen Weiß sich nicht rühren kann.
- Auf a3 sollte Schwarz nicht a4 spielen, da sonst Weiß seinen Turm mit b4 befreien kann.
- Auf a3 wäre zum Beispiel b4 die bessere Lösung.
Weiß wäre nämlich fast gezwungen b4 zu nehmen, mit b3 wäre nämlich der weiße Turm für immer gefesselt.
- Der weiße Bauer auf h3 sieht zwar auf dem ersten Blick gut aus, doch dann kommt der König nicht mehr aus seinem Eck heraus.
- Die restlichen Bauern kann Weiß ebenfalls nicht ziehen, da diese sonst recht leicht vom Schwarzen abgeräumt werden könnten.
Theoretisch kann Weiß bereits in dieser Stellung aufgeben.
:−(
Gegner hat den falschen Läufer!
Viel mehr Glück hat Weiß in der folgenden Stellung, da Schwarz einfach den
falschen Läufer
hat.
Unentschieden (Weiß oder Schwarz am Zug)
Hier zeigt sich wieder einmal, dass ein Materialvorteil nicht alles ist.
Der Weiße zieht seinen König abwechselnd auf a1 und b2 hin und her, unabhängig davon, was Schwarz zieht.
Falscher Springer?
Ein Springer ist manchmal aber auch nicht besser als ein Läufer, wie das folgende Diagramm zeigt.
Unentschieden (Weiß oder Schwarz am Zug)
Auch hier die gleiche Zugfolge für Weiß: Abwechselnd Ka1 und Kb2.
Aufgrund des mächtigen Figurenvorteils von Schwarz kann man folgern,
dass Schwarz vor dem Endspiel deutlich stärker war als Weiß,
doch das Ergebnis erklärt Weiß für ebenwürdig
— Pech für Schwarz, Glück für Weiß.
Weiß oder Schwarz?
Welche Partei würden Sie denn im folgenden Diagramm ergreifen?
Wer gewinnt? (Weiß am Zug)
Denken Sie bitte immer daran: Im Endspiel verliert meist derjenige, der die gravierendsten Fehler macht.
Im vorangehenden Diagramm gewinnt entweder derjenige, der weniger gravierende Fehler macht, oder Keiner,
das Diagramm zeigt nämlich eine Remisstellung.
:−)