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Endspiel
Den letzten Fehler begeht man im Endspiel!
Endspiele
Wie soll man das Endspiel lernen?
Zuerst einmal: Warum Endspiele lernen?

Es ist schwer, die Eröffnung oder das Mittelspiel richtig zu verstehen, wenn man keine Ahnung von Endspielen hat. Bei vielen Schachspielern, die schon seit Jahren in Vereinen spielen, hat sich die Meinung manifestiert, Endspiele müsse man nicht lernen, sie sind langweilig und unnötig. Sieht man sich die Partien dieser Spieler an, stellt man fest, dass sie vor kühnen Angriffen keine Scheu haben, auch wenn diese Angriffe keine positionelle Grundlage haben und deshalb bei korrekter Spielweise des Gegners bestraft werden. Analysiert man mit diesen Spielern ihre verlorenen Partien, stellt sich oft heraus, dass es an einem bestimmten Punkt notwendig gewesen wäre, in ein vorteilhaftes Endspiel abzuwickeln. Aber durch mangelnde Endspielkenntnis war sich der Spieler dessen nicht sicher, ob das entstehende Endspiel vorteilhaft oder nachteilig war, und begann lieber einen Angriff, der keinerlei Grundlage hatte. So überzog er die Stellung und wurde meist gerechterweise bestraft.
Dies ist die Meinung und die Erfahrung des Verfassers dieser Zeilen, eines Amateurs mit einer DWZ um 1800, aber wie sehen es Großmeister?
  • „Ich bin auch jetzt davon überzeugt, dass man das Lernen des Schachspiels immer mit dem Endspiel anfangen muss; ich bin mit dem hervorragenden W. W. Smyslow weiterhin derselben Meinung, dass ‚der Gipfel der Schachkunst nur durch das Aneignen der Gesetze des Endspiels erreicht werden kann’ aus dem Vorwort seines Buches [ENDSPPAN S. 8]
  • „Es wäre falsch, eine Eröffnung ohne Verbindung zum nachfolgenden Mittel- und Endspiel zu studieren. Fehlerhaft ist es auch, das Mittelspiel zu untersuchen, ohne dabei an das Endspiel zu denken. Daraus ist klar ersichtlich, dass der Schach-Schüler sich zuerst mit dem Endspiel beschäftigen muss und danach, wenn es als solches schon studiert ist, zum Erlernen der Eröffnung und des Mittelspiels im Zusammenhang mit dem Endspiel übergehen kann.” Ein Zitat aus [SCHACHPROFI S. 158] welches hier aus dem Buch „Letzte Schachlektionen” Capablancas zitiert.
Die zentrale Frage: Wie soll man das Endspiel lernen?

Auch hier lassen wir wieder die Meister zu Wort kommen. Im gleichnamigen Teil seines Vorworts in seinem bereits erwähnten Buch „Endspieltheorie und Praktik” stellt GM Pantschenko folgende Punkte an:
  1. Möglichst viele Endspielpositionen kennen und sich darüber im klaren sein, wie man sie beherrscht. Die Anzahl dieser Endspielstellungen sollte mit zunehmenden Können steigen.
  2. Man muss das Endspiel verstehen lernen, die richtigen Pläne in ihm finden. Dabei muss man auch lernen, die verschiedenen Endspielpositionen zu den in 1. gelernten Standardpositionen umzuwandeln.
  3. Übung: Gegen andere Spieler spezielle Endspielübungen durchführen, wobei bestimmte Figurenkonstellationen auf dem Brett aufgestellt werden sollten, zum Beispiel Läufer gegen Springer mit Bauern auf beiden Seiten. Andere Möglichkeiten sind Vorlesungen über bestimmte Themen vor Publikum und —ganz wichtig— die Analyse der eigenen Partien.
Auch GM Mark Dworetzki, wohl der anerkannteste Schachtrainer der Welt, stellt diese drei Schritte als Grundpfeiler des Erlernens der Endspiele heraus. In seinem hervorragenden Buch „Die Endspieluniversität” aus dem Chessgate-Verlag werden auf lehrreiche Weise sowohl Endspielpositionen als auch Allgemeine Endspielideen aufgezeigt.